„Als ich auf den Explosionsradius zurückblickte, war von meinem Heimatplaneten nichts mehr übrig. Trümmer und Staub trübten meinen Blick, und mir wurde klar, dass nichts und niemand überlebt haben konnte. Unzählige Menschen hatten ihr Leben verloren … Menschen, die jetzt nur noch ein Eintrag in den Geschichtsbüchern waren, aber für immer in unseren Herzen weiterlebten … In unseren Herzen wie auch in unseren Gedanken, damit sie niemals dem Vergessen anheimfallen – und ich will nicht vergessen! Ich werde nicht vergessen, nicht all die Menschen, die für mich „Heimat“ waren und nicht diese wenigen Stunden eines ausweglosen Kampfes gegen einen unbekannten Feind der in einem Akt unvorstellbarer Barbarei den Planeten, auf dem ich geboren wurde und alles was auf ihm lebte zu Staub zermalmte. Diese Nacht war voller Flammenblüten, die vor dem Schwarz des Alls erblühten und jede davon hatte einen Namen gehabt, viele davon hatte ich gekannt. Als die fremden Schiffe ins System einfielen ging alles unglaublich schnell. Die Fremden wurden auf allen Frequenzen gerufen, doch sie antworteten nicht. Es waren so viele Punkte auf dem Radar, dass es fast sinnlos schien sie zu zählen und in der Mitte dieses riesigen Schwarms von Flugkörpern flog ein Schiff, dessen Ausmaße schier unglaublich waren. Unsere Streitkräfte hatten den Auftrag, die Eindringlinge abzufangen, bevor sie ins Systeminnere gelangen konnten. Während die beiden Flotten aufeinander zusteuerten wurden ständig Versuche unternommen, die Fremden zu kontaktieren – doch die blieben stumm. Unsere Schiffe hatten nicht den Hauch einer Chance, als der Feind ohne Vorwarnung das Feuer eröffnete. Ich hatte nie zuvor Waffen von solch enormer Gewalt erlebt. Die vordersten Jäger wurde regelrecht zerfetzt. Laser bohrten sich in Verteidigungsschirme und Raketen luden ihre tödliche Fracht ab – doch für einen von denen starben zu viele der unseren. Ich verfolgte das Geschehen auf einem der Holoschirme der Station im Orbit des Planeten. Ich war hier angedockt um einen Geschäftspartner zu treffen und um etwas zu essen. Ich sprang auf und rannte in Richtung Hangar zu meinem Schiff. Ich sah andere Piloten die Gänge entlang stürmen, die wie ich, nur so schnell wie möglich zu ihren Schiffen wollten. In einem stetigen Strom verließen die Schiffe die Station. Einige flohen in Richtung des nächstgelegenen Jumpgates, doch die meisten steuerten auf den unbekannten Feind zu. Für mich war es schnell vorbei. Die Salve traf mich mittschiffs und ich habe den Gegner nicht einmal gesehen. Ich schickte noch alle meine Raketen auf ein Feindschiff, das mit 3 anderen Piloten beschäftigt war und drehte dann mit Nachbrenner ab. Niemand verfolgte mich und mein Schild baute sich ganz langsam wieder auf. Dieses Schiff war einfach zu schwach gegen solche Gegner – und trotzdem war ich fest entschlossen es wieder zu versuchen, sobald der Schild wieder auf 100% war. Als ich wieder drehte und zurückflog geschah es. Mein Heimatplanet brach auseinander wie von titanischen Händen zerrissen. Ich stoppte das Schiff. Es war als ob sich meine Augen an diesem Bild festsaugen wollten, um es für immer in meine Netzhaut einzubrennen und den Anblick dort auf ewig festzuhalten. „Tot, alle tot!“, war das einzige was ich denken konnte. Ich weiß nicht wie lange ich auf die expandierenden Trümmerwolken gestarrt habe, als mich ein Schiff über Funk rief. „Verschwinde von hier – du kannst hier nichts mehr tun!“ Erst da bemerkte ich die fliehenden Schiffe, die unter mir vorbeiflogen und auf das nächste Jumpgate zusteuerten. Noch einmal richtetet ich meinen Blick auf das formlose Gebilde aus Staub und Gesteinsbrocken, dass eben noch meine Heimat gewesen war. Ich werde euch nicht vergessen, flüsterte ich, vielleicht wird es eine kleine Ewigkeit dauern, bis ich mir ein Schiff leisten kann, dass es mit diesen Killern aufnehmen kann, aber irgendwann kommt die Zeit... Dann flog ich den restlichen Schiffen mit vollem Schub hinterher und sprang in den nächsten Sektor.